Presse - 10 Jahre Krone Concerts


Acht Bands bei "Zehn Jahre Krone Concerts" / Gründer liegt mit Erkältung im Bett

Der Posaunist der Formation "Captain Overdrive" bewegte sich furios durch Funk und Rock und riss die Fans im vollen Kronesaal im Stadtteil Herrnsheim zu enthusiastischen Begeisterungsstürmen hin.



Vom 11.12.2006 Wormser Zeitung

Da spielen acht Bands denn ganzen Abend, setzen ein musikalisches Dankeschön, doch der Geehrte selbst ist gar nicht da. Wolfgang Schall, der Kopf des Konzertveranstalters, konnte bei seinem eigenem Jubiläum "Zehn Jahre Krone Concerts" nicht da sein - wegen Krankheit.
Von Gernot Lahr-Mische
Statt an der alten Wirkungsstätte im Kronesaal in Herrnsheim, wo vor einer Dekade alles begann, einen verdienten Abend erleben zu können, zwangen in hohes Fieber und eine starke Erkältung ins Bett. Aspirin statt Adrenalin - das ist für den Mann, der mit Enthusiasmus und Musikliebe mal mit Partner, doch meist alleine sich in das Metier des Konzertveranstalters gestürzt hat, die eigentlich harte Pille.

Die Formation Edgar um Michael Koch startete den Konzertreigen, der mit dem melodiösen Mainstreamhardrock der Band "Re-Motion" fortgesetzt wurde. Die Truppe durfte schon vor BAP spielen, der Hang zum ironischen Pathos und ein paar Griffen aus der Klamottenkiste (Freibeuterkostüm und Soldatenhelm) taten dem gefälligen Schottenrock dabei keinen Abbruch.
Jede der Formationen widmete Wolfgang Schall einen Song, so auch "Dream Catcher", die eine lockere Folkrockmelange servierten.

Wen hat Schall mit seinen vielen getreuen Helfern nicht alles schon nach Worms und Umgebung geholt. BAP, Roger Chapmann, Toto, George Winston, Eric Taylor Wallis Bird, Barclay James Harvest, Birth Control - dies sind nur einige Namen aus der langen Liste. Der Abstecher in eine andere Spielstätte nach Frankenthal war leider nur von geringem Erfolg begleitet. Jedesmal immer wieder ein finanzielles Abenteuer, jedesmal eine tiefgreifende Erfahrung.

Zum Jubiläum wurde Schall von den Musikern Gary Mazaroppi und Rolf Bachmann als Moderatoren vertreten. Im Halbrund saß die Band "Soma" auf der Bühne, "Captain Overdrive" hatte keinen Sänger, dafür aber einen brachialen Posaunisten, der die Funk-Rock-Mixtur mit seinem Spiel in Fusion-Pfade leitete.

Mark Gillespie ist in Worms kein Unbekannter, dank Schall trat er auch schon in der Reihe "Real Stars" auf. Seine halbe Stunde füllte der Sänger lässig aus, das Spiel mit dem Aufnahmegerät, mit dem er binnen Sekundenteilen zu seiner eigenen Stimme die zweite drübersingen konnte, wurde aber etwas überstrapaziert.

Aber an diesem Abend zählte der olympische Geist. Wie schmerzlich man seine Helden vermissen kann, davon zeugte die "Zaftig"-Performance, die sich eigens für diesen Abend wiederformiert hatten. Die Band griff tief in die Lieblingsplattenkiste und brachte Juwelen wie "Jealous Guy" oder Richard Thompsons "For the saint of mary" dermaßen ausgebufft hervor, dass man ahnt, dass diese Lücke so schnell nicht mehr zu füllen ist. Bei "Abi Wallenstein" tobte der Saal. Wallenstein, der mit Inga Rumpf oder Louisianna Red gespielt hat und auch die Straße als Bühne kennt, fuhr mit Rolf Bachmann, Heinz Balzer, Michel Keth und Gary Mazaroppi über die "Route 66", besuchte noch "Suzie Q"- ein furioses Finale.

10 Jahre Krone Concerts 2006

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